Was bedeutet additive Fertigung bei einer Uhr?

„Additiv gefertigt“ steht inzwischen auf vielen Datenblättern. Was es bei einer Uhr konkret bedeutet – und was nicht –, erklärt dieser Beitrag am Beispiel des HexaCore-Gehäuses.

Additiv statt subtraktiv

Ein klassisches Uhrengehäuse wird subtraktiv gefertigt: Aus einem massiven Block Edelstahl oder Titan fräst eine Maschine alles weg, was nicht Gehäuse ist. Additive Fertigung dreht das Prinzip um. Ein Laser schmilzt Metallpulver Schicht für Schicht genau dort auf, wo Material stehen bleiben soll. Das Gehäuse wächst von unten nach oben – typischerweise in Schichten von wenigen hundertstel Millimetern.

Was dadurch möglich wird

Formen, die beim Fräsen unwirtschaftlich oder unmöglich wären, sind additiv machbar: innenliegende Strukturen, komplexe Übergänge, Geometrien ohne Rücksicht auf Werkzeugwege. Beim HexaCore-Gehäuse entstand so eine sechseckige Grundform mit Details, die direkt aus der digitalen Konstruktion kommen.

Die Oberfläche: rau ist kein Fehler

Additiv gefertigtes Titan hat nach dem Prozess eine charakteristische, leicht raue Oberfläche – sie entsteht durch das teilweise angeschmolzene Pulver an den Außenflächen. Man kann sie wegpolieren, bis das Teil aussieht wie gefräst. Bei fUSIO24 bleibt sie bewusst sichtbar: Sie ist der Beleg des Verfahrens. Nachbearbeitet wird nur, was Funktion verlangt – warum diese Entscheidung fiel, steht im Werkstattbericht.

Woran eine gedruckte Uhr wirklich gemessen wird

Das Verfahren ändert nichts an den Anforderungen: Eine Uhr muss dicht sein, tragbar bleiben und sich warten lassen. Genau daran sind frühe Versuche gescheitert – nicht am Drucken selbst, sondern an Dichtflächen, Toleranzen und Verschraubungen. HexaCore erreicht 10 ATM Wasserdichtigkeit mit Saphirglas und einem bewährten NH35 Automatikwerk. Additive Fertigung ersetzt keine Uhrmacherarbeit; sie verändert, wie das Gehäuse entsteht.

Kurz zusammengefasst

  • Additiv = aufgebaut aus Metallpulver, Schicht für Schicht, per Laser.
  • Subtraktiv = aus dem vollen Block gefräst.
  • Die raue Titanoberfläche ist Prozessergebnis – bei fUSIO24 bewusst sichtbar.
  • Dichtigkeit, Toleranzen und Wartbarkeit entscheiden, ob aus dem Druckteil eine Uhr wird.

Wie sich das am Handgelenk anfühlt, zeigt HexaCore Original.